Peptide und Körperzusammensetzung: Mehr als nur Gewichtsverlust

R
Redazione GLP-1 Journal
· · 11 Min. Lesezeit
Illustration der Körperzusammensetzung mit Muskel- und Fettgewebe

Wenn es um Gewichtsverlust geht, erzählt die Zahl auf der Waage nur einen Teil der Geschichte. Was wirklich zählt für die metabolische Gesundheit, die körperliche Funktionsfähigkeit und die Langlebigkeit, ist die Körperzusammensetzung: Wie viel des verlorenen Gewichts ist Fett — und wie viel ist mageres Gewebe? Muskeln, Knochen, Körperwasser. Diese Unterscheidung ist zu einem der meistdiskutierten Themen in der Forschung zu GLP-1-Peptiden geworden, mit wichtigen Implikationen sowohl für die Praxis als auch für die Grundlagenforschung.

Retatrutid — das wir in unserem Blog TRIPLE-G nennen, nach seinen drei G’s (GLP-1, GIP, Glukagon) — bringt eine fundamentale Neuerung: Dank der Glukagon-Komponente reduziert der dreifache Agonist nicht nur den Appetit, sondern steigert aktiv den Energieverbrauch. Das Ergebnis ist ein „intelligenterer” Gewichtsverlust.

In diesem Artikel schauen wir uns die Daten zur Körperzusammensetzung aus klinischen Studien mit Semaglutid, Tirzepatid und TRIPLE-G an, untersuchen die biologischen Mechanismen und diskutieren Strategien zur Erhaltung der Magermasse.

Die Körperzusammensetzung: Warum sie wichtig ist

Die Kompartimente des Körpers

Das Gesamtkörpergewicht ist die Summe verschiedener Kompartimente:

  • Fettmasse (FM): subkutanes und viszerales Fettgewebe
  • Fettfreie Masse (FFM, Fat-Free Mass): Skelettmuskulatur, Organe, Knochen, Körperwasser
  • Skelettmuskelmasse (SMM): Unterkomponente der Magermasse, die nur die willkürliche Muskulatur umfasst

Der ideale Gewichtsverlust maximiert die Reduktion der Fettmasse und minimiert den Verlust an Magermasse. Warum das so wichtig ist:

  • Die Skelettmuskulatur ist der Hauptverbraucher von insulinabhängiger Glukose. Ihr Verlust verschlechtert die Insulinsensitivität.
  • Die Magermasse ist der Hauptdeterminant des Grundumsatzes. Ihre Reduktion begünstigt die Wiederzunahme.
  • Sarkopenie (Verlust von Muskelmasse und -funktion) ist ein unabhängiger Risikofaktor für Behinderung, Stürze und Mortalität bei älteren Personen.

Messmethoden

Die Körperzusammensetzung wird in klinischen Studien mit verschiedenen Techniken bewertet:

MethodePräzisionKostenEinsatz in Studien
DEXA (Dual-Energy-Röntgen-Absorptiometrie)HochMittelStandard
BIA (Bioimpedanz)ModeratNiedrigScreening
MRT (Magnetresonanztomographie)Sehr hochHochSubstudien
CT (Computertomographie)Sehr hochHochSubstudien

Die DEXA stellt den Standard in klinischen Studien zu GLP-1-Peptiden dar. Sie bietet eine zuverlässige Messung von Fettmasse, Magermasse und Knochenmineraldichte bei minimaler Strahlendosis.

Die „25-Prozent-Regel”: Ein etabliertes Paradigma

Jahrzehnte der Forschung haben ein wiederkehrendes Muster etabliert: Im Durchschnitt bestehen etwa 25 % des verlorenen Gewichts bei einer diätetischen oder pharmakologischen Intervention aus Magermasse, mit den verbleibenden 75 % aus Fettmasse. Dieses Verhältnis wurde in Meta-Analysen dokumentiert, die Diätinterventionen, körperliches Training, Verbindungen zur Gewichtsreduktion und bariatrische Chirurgie umfassen.

Woher kommt diese Regel

Der Verlust von Magermasse während einer Kalorienrestriktion ist ein konservierter physiologischer Mechanismus:

  1. Glukoneogenese: Während des Kaloriendefizits katabolisieren Leber und Nieren Muskelaminosäuren zur Glukoseproduktion
  2. Reduzierter Proteinumsatz: Der Organismus reduziert die muskuläre Proteinsynthese, um Energie zu sparen
  3. Verlust von intrazellulärem Wasser: Muskelglykogen bindet Wasser; seine Entleerung führt zum Verlust von Magergewicht
  4. Metabolische Adaptation: Die Reduktion des Grundumsatzes geht mit einer Herunterregulierung des metabolisch aktiven Gewebes einher

Das Verhältnis variiert mit dem Ausmaß des Gewichtsverlusts

Ein oft unterschätzter Aspekt: Das Fett-/Mager-Verhältnis ist nicht konstant. Es tendiert dazu, sich mit zunehmendem Gesamtgewichtsverlust zu verschlechtern. Wenn der Verlust 15–20 % übersteigt, kann der Anteil der verlorenen Magermasse zunehmen — weil die leichter mobilisierbaren Fettreserven erschöpft sind und der Organismus vermehrt auf strukturelle Proteine zurückgreift.

DEXA-Daten aus klinischen Studien mit GLP-1-Peptiden

Semaglutid — STEP-1-Studie

Die Analyse der Körperzusammensetzung in der DEXA-Substudie der STEP 1 ergab:

  • Gesamtgewichtsverlust: -15,3 %
  • Verlorene Fettmasse: etwa 69 % des gesamten verlorenen Gewichts
  • Verlorene Magermasse: etwa 31 % des gesamten verlorenen Gewichts
  • Der Verlust an Magermasse bestand hauptsächlich aus Körperwasser und Glykogen, nicht aus kontraktilem Muskelgewebe

Das Verhältnis ist etwas schlechter als die 25-Prozent-Regel. Wahrscheinlich aufgrund des Ausmaßes des Gewichtsverlusts und des Fehlens eines strukturierten Widerstandstrainingsprogramms im Studienprotokoll.

Tirzepatid — SURMOUNT-1-Studie

Die DEXA-Daten der SURMOUNT-1-Studie wurden in sekundären Analysen vorgestellt:

  • Gesamtgewichtsverlust: -22,5 % (15 mg)
  • Verlorene Fettmasse: etwa 75–80 % des gesamten verlorenen Gewichts
  • Verlorene Magermasse: etwa 20–25 %
  • Fett-/Mager-Verhältnis leicht besser als bei Semaglutid

Die Hinzufügung des GIP-Agonismus scheint einen Vorteil bei der Erhaltung der Magermasse zu bieten. GIP wirkt direkt auf Adipozyten und fördert die bevorzugte Mobilisierung von Fett gegenüber Muskelproteinen.

TRIPLE-G (Retatrutid) — Phase-2-Studie

Die Daten zur Körperzusammensetzung aus der Phase-2-Studie des dreifachen Agonisten sind besonders interessant:

  • Gesamtgewichtsverlust: -24,2 % (12 mg)
  • Vollständige DEXA-Analysen noch nicht im Detail veröffentlicht
  • Vorläufige Daten deuten auf ein potenziell günstigeres Fett-/Mager-Verhältnis als bei den Vorgängern hin

Der biologische Hintergrund für ein besseres Verhältnis mit TRIPLE-G ist solide — und verdient eine vertiefte Betrachtung.

Die Rolle des Glukagons bei der Körperzusammensetzung

Die Glukagon-Komponente von TRIPLE-G ist der differenzierende Faktor für die Körperzusammensetzung. Glukagon (die dritte „G” im Namen) übt metabolische Effekte aus, die über mehrere Mechanismen die Erhaltung der Magermasse begünstigen.

Stimulation der Lipolyse

Glukagon aktiviert die hormonsensitive Lipase im Fettgewebe und fördert den Abbau von Triglyceriden zu freien Fettsäuren und Glycerol. Dieser Effekt ist besonders ausgeprägt im viszeralen Fettgewebe, das metabolisch aktiver und glukagonresponsiver ist als das subkutane.

Das Ergebnis: eine bevorzugte Mobilisierung von Fett, die den Bedarf des Organismus reduziert, auf muskuläre Proteolyse zur Deckung des Energiebedarfs zurückzugreifen.

Steigerung des Energieverbrauchs

Glukagon stimuliert die Thermogenese durch:

  • Aktivierung des braunen Fettgewebes (BAT): Erhöhung der UCP1-Expression mit Dissipation von Energie in Form von Wärme
  • Hepatische Thermogenese: Glukagon erhöht den hepatischen Sauerstoffverbrauch und die Beta-Oxidation von Fettsäuren
  • Direkter thermogener Effekt: Glukagon erhöht den Grundumsatz um 5–15 % in den Stunden nach der Verabreichung

Diese Steigerung des Energieverbrauchs bedeutet: Das Kaloriendefizit wird teilweise durch „Verbrennen” von mehr Energie erreicht — und nicht nur durch Reduktion der Aufnahme. Ein Defizit durch erhöhten Verbrauch ist generell mit einer besseren Erhaltung der Magermasse verbunden als ein Defizit durch reine Nahrungsrestriktion.

Hepatische Beta-Oxidation

Glukagon fördert die Oxidation von Fettsäuren in der Leber durch Aktivierung der Carnitin-Palmitoyltransferase 1 (CPT1), dem geschwindigkeitslimitierenden Enzym für den Transport von Fettsäuren in die Mitochondrien. Dieser Effekt liegt der außergewöhnlichen Reduktion des Leberfetts zugrunde, die mit Retatrutid beobachtet wurde (bis zu 86 %). Er deutet darauf hin, dass die Leber bevorzugt Fettsäuren als Energiesubstrat nutzt — und damit Glukose und indirekt Muskelaminosäuren schont.

Sarkopene Adipositas: Ein spezifisches Risiko

Die sarkopene Adipositas ist ein Zustand, bei dem Überschuss an Fettmasse und Defizit an Muskelmasse nebeneinander bestehen. Sie ist besonders bei älteren adipösen Personen verbreitet und stellt ein spezifisches Risiko während des Gewichtsverlusts mit Peptiden dar.

Warum das ein Problem ist

Personen mit sarkopener Adipositas zeigen:

  • Niedrigeren Grundumsatz im Verhältnis zum Körpergewicht
  • Höhere Insulinresistenz
  • Erhöhtes Risiko für Stürze und Frakturen
  • Schlechtere Prognose bei vielen chronischen Erkrankungen

Das Paradox des Gewichtsverlusts

Paradoxerweise kann ein schneller und nicht optimierter Gewichtsverlust die sarkopene Adipositas verschlechtern: Wenn du einen übermäßigen Anteil an Magermasse verlierst, hast du weniger Muskeln, aber immer noch einen relativen Fettüberschuss. Das unterstreicht die Wichtigkeit, die Körperzusammensetzung zu überwachen — und nicht nur das Gesamtgewicht.

Strategien zur Erhaltung der Magermasse

Die wissenschaftliche Literatur identifiziert verschiedene Strategien, die in Kombination mit Peptiden das Fett-/Mager-Verhältnis während des Gewichtsverlusts verbessern können.

1. Widerstandstraining

Das Training mit Widerständen ist die wirksamste Strategie zur Erhaltung der Muskelmasse während eines Kaloriendefizits. Die Mechanismen:

  • Stimulation der muskulären Proteinsynthese (MPS) durch mTOR-Aktivierung
  • Hochregulierung der Androgenrezeptoren in der Skelettmuskulatur
  • Aufrechterhaltung von Kraft und Funktionalität unabhängig von Gewichtsveränderungen

Studien zeigen, dass die Hinzufügung von Widerstandstraining den Verlust an Magermasse von 25 % auf 10–15 % des gesamten verlorenen Gewichts reduzieren kann, selbst bei einem signifikanten Kaloriendefizit.

2. Adäquate Proteinzufuhr

Eine hohe Proteinzufuhr ist die zweite Säule der Magermasseerhaltung:

  • Allgemeine Empfehlung: 1,2–1,6 g Protein pro kg Körpergewicht pro Tag während des Gewichtsverlusts
  • Optimal für die Muskelerhaltung: 1,6–2,2 g/kg/Tag in Kombination mit Widerstandstraining
  • Verteilung: mindestens 20–30 g Protein pro Mahlzeit zur Maximierung der MPS

Die Herausforderung bei GLP-1-Agonisten: Die Appetitreduktion kann zu einer unzureichenden Proteinzufuhr führen. Die Überwachung der Proteinaufnahme wird daher zur Priorität.

3. Essenzielle Aminosäuren und Leucin

Leucin ist die Schlüsselaminosäure für die Aktivierung des mTOR-Signalwegs und die Stimulation der muskulären Proteinsynthese. Eine Aufnahme von mindestens 2,5–3 g Leucin pro Mahlzeit gilt als Schwellenwert zur Maximierung der MPS. Leucinreiche Quellen: Molkenprotein, Eier, Fleisch und Hülsenfrüchte.

4. Vitamin D und Ernährungsstatus

Ein Vitamin-D-Mangel, der bei adipösen Personen häufig vorkommt, wird mit Sarkopenie und Muskelschwäche in Verbindung gebracht. Serumwerte von 25(OH)D ≥30 ng/mL werden für die Aufrechterhaltung der Muskelfunktion empfohlen. Die Überwachung des gesamten Ernährungsstatus (Zink, Magnesium, B12) ist ebenso wichtig.

5. Geschwindigkeit des Gewichtsverlusts

Die Geschwindigkeit, mit der Gewicht verloren wird, beeinflusst das Fett-/Mager-Verhältnis. Verluste von mehr als 1 % des Körpergewichts pro Woche sind mit einem höheren Anteil an verlorenem Magergewicht verbunden. Die schrittweise Titration der GLP-1-Peptide — die einen progressiven und nicht abrupten Gewichtsverlust erzeugt — steht im Einklang mit diesem Prinzip.

Vergleich der Körperzusammensetzung zwischen den drei Peptiden

ParameterSemaglutidTirzepatidRetatrutid (TRIPLE-G)
Gesamtgewichtsverlust-15,3 %-22,5 %-24,2 %
% verlorene Fettmasse~69 %~75–80 %Noch zu bestätigen (erwartet ≥75 %)
% verlorene Magermasse~31 %~20–25 %Noch zu bestätigen (erwartet ≤25 %)
Pro-Lipolyse-MechanismusIndirekt (Appetitreduktion)Direkt (GIP auf Adipozyten)Direkt (Glukagon + GIP)
EnergieverbrauchNicht erhöhtLeicht erhöhtSignifikant erhöht
Effekt auf BATMinimalModeratPotenziell ausgeprägt

Implikationen für die zukünftige Forschung

Die Körperzusammensetzung bleibt eines der aktivsten Forschungsgebiete im Bereich der GLP-1-Peptide. Mehrere Richtungen sind besonders vielversprechend.

Kombination Peptide + Myostatin

Myostatin ist ein Wachstumsfaktor, der das Muskelwachstum hemmt. Anti-Myostatin-Antikörper oder Aktivin-Rezeptor-Inhibitoren befinden sich in der Entwicklung als potenzielle Ergänzungen zur GLP-1-Forschung. Die Untersuchung dieser kombinierten Ansätze stellt eine spannende Forschungsgrenze dar.

Longitudinale DEXA mit Retatrutid

Die TRIUMPH-Studien werden DEXA-Substudien in großem Maßstab umfassen, die erstmals robuste Daten zur Körperzusammensetzung unter dem Dreifach-Agonismus liefern. Diese Daten werden entscheidend dafür sein, ob sich der theoretische Vorteil des Glukagons in einen messbaren Nutzen übersetzt.

Biomarker der Muskelqualität

Neben der Quantität ist auch die Qualität des Muskels wichtig. Marker wie Serum-Myostatin, das Kreatin-/Kreatinin-Verhältnis und die intramuskuläre Lipidinfiltration (bewertet mittels MRT) etablieren sich als sensitivere Endpunkte als die reine Magermasse.

Wenn du tiefer in die Auswirkungen von TRIPLE-G auf die Körperzusammensetzung einsteigen möchtest, findest du auf aurapep.eu ausführliche Informationen zum Protokoll des dreifachen Agonisten, einschließlich eines kostenlosen Dosierungsrechners.

Praktische Überlegungen

Das Gewicht ist nicht alles

Die Forschung zur Körperzusammensetzung mit GLP-1-Peptiden bekräftigt ein grundlegendes Konzept: Das Körpergewicht ist ein unzureichender Indikator für die metabolische Gesundheit. Zwei Personen mit dem gleichen BMI können radikal unterschiedliche metabolische Profile haben — abhängig von der Verteilung zwischen Fett- und Magermasse.

Die Bedeutung der Messung

Für Forschung und Praxis ist es essenziell, die Waage durch Messungen der Körperzusammensetzung zu ergänzen. Die DEXA bleibt der Goldstandard, aber auch Bioimpedanz und Kalipometrie liefern nützliche Informationen, wenn sie seriell eingesetzt werden (Vergleich im Zeitverlauf).

Personalisierung

Nicht alle Personen haben das gleiche Risiko für den Verlust von Magermasse. Faktoren wie Alter, Geschlecht, körperliches Aktivitätsniveau, Proteinzufuhr und das Vorhandensein einer vorbestehenden Sarkopenie beeinflussen das Fett-/Mager-Verhältnis. Die zukünftige Forschung muss die Profile der am stärksten gefährdeten Personen und die für jede Gruppe am besten geeigneten Strategien identifizieren.

Fazit

Die Körperzusammensetzung stellt eine kritische Grenze in der Forschung zu GLP-1-Peptiden dar. Während die erste Generation (Semaglutid, ~15–17 % Gewichtsverlust) einen effektiven Gewichtsverlust mit einem nicht optimalen Fett-/Mager-Verhältnis erzielte, scheint die Entwicklung zum doppelten Agonismus (Tirzepatid, ~22–26 %) und zum dreifachen Agonismus (TRIPLE-G, ~24–26 %+) ein progressiv besseres Körperzusammensetzungsprofil zu bieten.

Die Glukagon-Komponente des Retatrutids führt insbesondere physiologische Mechanismen ein — direkte Lipolyse, Thermogenese, erhöhter Energieverbrauch — die einen „intelligenteren” Gewichtsverlust begünstigen. Mehr Fett, weniger Muskelverlust. Die Bestätigung dieser Hypothese wird eines der am meisten erwarteten Ergebnisse der TRIUMPH-Studien darstellen.

Die Herausforderung für die Zukunft: über das Körpergewicht hinauszugehen und die Körperzusammensetzung als primären Endpunkt bei der Bewertung von Peptiden zu etablieren. Nur so lassen sich Moleküle, die einfach nur das Gewicht reduzieren, von denen unterscheiden, die tatsächlich die metabolische Gesundheit und die körperliche Funktionsfähigkeit verbessern.

Referenzen

  • Heymsfield SB, et al. “Weight loss composition is one-fourth lean tissue: a critical review and critique of this widely cited rule.” Obes Rev. 2014;15(4):310-321.
  • Wilding JPH, et al. “Once-Weekly Semaglutide in Adults with Overweight or Obesity.” N Engl J Med. 2021;384(11):989-1002.
  • Jastreboff AM, et al. “Tirzepatide Once Weekly for the Treatment of Obesity.” N Engl J Med. 2022;387(3):205-216.
  • Jastreboff AM, et al. “Triple-Hormone-Receptor Agonist Retatrutide for Obesity — A Phase 2 Trial.” N Engl J Med. 2023;389(6):514-526.
  • Amatruda JM, et al. “Body composition changes with very-low-calorie diets.” Am J Clin Nutr. 1988.
  • Cava E, et al. “Preserving Healthy Muscle during Weight Loss.” Adv Nutr. 2017;8(3):511-519.
  • Müller TD, et al. “Glucagon’s metabolic actions in health and disease.” Nat Rev Endocrinol. 2024.

Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich Bildungs- und wissenschaftlichen Forschungszwecken. Sie stellen keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung dar. Konsultiere stets einen qualifizierten Gesundheitsexperten.

Häufig gestellte Fragen

Wie viel Muskelmasse verliert man bei der Gewichtsabnahme mit GLP-1-Peptiden?

Im Durchschnitt bestehen etwa 25 % des verlorenen Gewichts aus Magermasse und 75 % aus Fettmasse. Bei Semaglutid lag der Anteil bei etwa 31 % Magermasse, bei Tirzepatid bei 20-25 %. Retatrutid könnte dank der Glukagon-Komponente ein noch günstigeres Verhältnis bieten, was in den TRIUMPH-Studien untersucht wird.

Wie kann man den Muskelverlust bei der Einnahme von GLP-1-Agonisten verhindern?

Die wirksamsten Strategien sind: Widerstandstraining 2-3 Mal pro Woche (reduziert den Magermassverlust auf 10-15 %), hohe Proteinzufuhr von 1,6-2,2 g pro kg Körpergewicht pro Tag, mindestens 2,5-3 g Leucin pro Mahlzeit und eine kontrollierte Gewichtsverlustgeschwindigkeit von maximal 1 % des Körpergewichts pro Woche.

Was ist die 25-Prozent-Regel beim Gewichtsverlust?

Die 25-Prozent-Regel besagt, dass bei den meisten Ansätzen zur Gewichtsabnahme etwa 25 % des verlorenen Gewichts aus Magermasse bestehen und 75 % aus Fettmasse. Dieses Verhältnis wurde in Meta-Analysen über verschiedene Interventionen hinweg bestätigt und verschlechtert sich tendenziell, wenn der Gesamtgewichtsverlust 15-20 % übersteigt.

Warum könnte Retatrutid besser für die Körperzusammensetzung sein?

Die Glukagon-Komponente von Retatrutid stimuliert direkt die Lipolyse im viszeralen Fettgewebe, fördert die Beta-Oxidation in der Leber und steigert den Energieverbrauch durch Thermogenese. Das Kaloriendefizit entsteht teilweise durch erhöhten Verbrauch statt nur durch Appetitreduktion, was die Magermasse besser schützen kann. Für einen detaillierten Vergleich der Peptide siehe unseren Vergleichsartikel.

Was ist sarkopene Adipositas und warum ist sie relevant?

Sarkopene Adipositas ist ein Zustand, bei dem Fettüberschuss und Muskeldefizit gleichzeitig bestehen. Sie ist besonders bei älteren adipösen Personen verbreitet und erhöht das Risiko für Stürze, Frakturen und schlechte Prognose chronischer Erkrankungen. Schneller, nicht optimierter Gewichtsverlust kann diesen Zustand paradoxerweise verschlechtern.

Verwandte Artikel