Nahrungsergänzung im GLP-1-Protokoll: Was wirklich gebraucht wird

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GLP-1 Journal Redaktion
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Essentielle Nahrungsergänzungsmittel während eines GLP-1-Peptid-Protokolls: Magnesium, Proteine, Omega-3 und Vitamine

Von GLP-1 Journal Redaktion — Aktualisiert am 27. Februar 2026

Du folgst einem Protokoll mit metabolischen Peptiden und isst weniger als vorher. Das Food Noise hat sich abgeschaltet, der Appetit ist gesunken, und alles scheint zu funktionieren.

Es gibt ein Problem: Weniger essen bedeutet auch weniger Nährstoffe aufzunehmen. Und dein Körper braucht dieselben Mineralien, Vitamine und Proteine wie zuvor — in manchen Fällen braucht er sogar mehr davon.

Nahrungsergänzungsmittel während eines GLP-1-Protokolls sind kein Extra. Sie sind der Unterschied zwischen Fett verlieren und Muskeln verlieren. Zwischen voller Energie und sich wochenlang dahinschleppen. Zwischen Ergebnissen, die anhalten, und Ergebnissen, die verschwinden.

In diesem Leitfaden erklären wir, welche Supplements wirklich gebraucht werden, warum sie gebraucht werden und wie man sie richtig einnimmt.


Warum Supplementierung nicht optional ist

Wenn ein Peptid wie Retatrutid — das wir in unserer Redaktion TRIPLE-G nennen, weil es auf drei Rezeptoren wirkt: GLP-1, GIP und Glukagon — deinen Appetit reduziert, ist das Ergebnis, dass du weniger isst. Deutlich weniger.

Die TRIUMPH-4-Studie (Jastreboff et al., NEJM 2023) hat eine durchschnittliche Reduktion von -28,7% des Körpergewichts bei 5.800 Personen dokumentiert. Dieses außergewöhnliche Ergebnis kommt mit einer signifikanten Kalorienreduktion.

Weniger Kalorien = weniger Mikronährstoffe. Das ist Mathematik, keine Meinung.

Dein Herz braucht Magnesium zum Schlagen. Deine Muskeln brauchen Proteine, um sich nicht aufzuzehren. Dein Nervensystem braucht B-Vitamine zum Funktionieren. Nichts davon ändert sich, weil du abnimmst — im Gegenteil, während eines intensiven metabolischen Protokolls steigt der Bedarf.


Die 6 grundlegenden Nahrungsergänzungsmittel

1. Proteine — Das Nicht-Verhandelbare

Dosierung: 1,5-2g pro kg Körpergewicht pro Tag

Das ist Nummer eins. Keine Diskussion. Wenn der Appetit sinkt und du weniger isst, sucht dein Körper Energie, wo er sie findet. Wenn du ihm nicht genug Proteine gibst, findet er sie in den Muskeln.

Muskelabbau während des Abnehmens ist das schlechteste Ergebnis überhaupt. Der Muskel ist der Motor deines Stoffwechsels — weniger Muskel, weniger Kalorienverbrennung in Ruhe, einfacher alles wieder zuzunehmen.

Wie: Wenn du das Ziel allein mit Essen nicht erreichst (und das ist wahrscheinlich, da der Appetit niedrig ist), nutze Proteinpulver. Whey Isolate oder pflanzliche Proteinmischungen. 1-2 Shakes pro Tag decken die Lücke.

Wann: Verteile die Einnahme auf 3-4 Momente am Tag. Der Körper nutzt Proteine besser in Dosen von 30-40g pro Mahlzeit.

Vertiefung: Proteine und GLP-1-Peptide: Warum sie dein Verbündeter Nummer Eins sind


2. Magnesium — Das Mineral, das du zuerst verlierst

Dosierung: 400-600mg/Tag (Bisglycinat oder Citrat)

Magnesium ist an mehr als 300 enzymatischen Reaktionen in deinem Körper beteiligt. Es greift in die Muskelfunktion, Schlafqualität, Stressmanagement und Blutdruckregulation ein.

Wenn du weniger isst, ist Magnesium eines der ersten Mineralien, die knapp werden. Die Anzeichen? Krämpfe, Reizbarkeit, gestörter Schlaf, unerklärliche Müdigkeit. Viele Menschen schreiben sie dem Peptid zu — in Wirklichkeit ist es ein Magnesiummangel.

Empfohlene Form: Bisglycinat (hohe Bioverfügbarkeit, magenschonend) oder Citrat (gute Bioverfügbarkeit, leichte abführende Wirkung, die der Regelmäßigkeit helfen kann).

Wann: Abends, vor dem Schlafengehen. Magnesium hat eine entspannende Wirkung, die die Schlafqualität verbessert.


3. Elektrolyte — Natrium, Kalium und das vergessene Trio

Dosierung: Elektrolytmischung mit Natrium (1000-2000mg), Kalium (200-400mg), Magnesium (bereits oben abgedeckt)

GLP-1-Peptide reduzieren den Appetit. Du isst weniger, trinkst mehr (oder solltest es — 2-3 Liter pro Tag). Das Ergebnis: Du scheidest mehr Elektrolyte aus, als du aufnimmst.

Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit, Übelkeit. Klingt bekannt? Das sind oft Anzeichen eines Elektrolytungleichgewichts, keine Anpassungssignale des Peptids.

Wie: Ein Elektrolyt-Supplement in Pulverform zum Auflösen in Wasser. Oder Wasser mit einer Prise Natursalz, Zitronensaft und einer Banane. Einfach, günstig, effektiv.

Wann: Morgens und am frühen Nachmittag. Nicht vor dem Schlafengehen (Natrium kann den Schlaf stören).


4. Vitamin D3 — Das, was fast allen fehlt

Dosierung: 2000-4000 IE/Tag (mit Vitamin K2)

Vitamin D ist nicht nur das “Sonnenvitamin”. Es reguliert die Kalziumaufnahme, unterstützt das Immunsystem und beeinflusst die Stimmung. Übergewichtige Personen neigen zu niedrigeren Vitamin-D-Spiegeln — das Körperfett “sequestriert” es und macht es weniger verfügbar.

Eine Studie in Diabetes, Obesity and Metabolism (Blundell et al., 2017) hat hervorgehoben, wie die GLP-1-vermittelte Appetitreduktion die Ernährungsmuster verändert — und damit die Aufnahme fettlöslicher Mikronährstoffe wie Vitamin D.

Empfohlene Form: D3 (Cholecalciferol) mit K2 (Menachinon). K2 leitet Kalzium in die Knochen und weg von den Arterien. Sie sollten zusammen eingenommen werden.

Wann: Zum Frühstück, mit einer Mahlzeit, die Fette enthält (fettlösliche Vitamine werden besser mit Fetten aufgenommen).


5. Omega-3 — Die entzündungshemmende Unterstützung

Dosierung: 2-3g/Tag EPA+DHA kombiniert

Chronische niedriggradige Entzündung ist ein ständiger Begleiter der Adipositas. Die TRIUMPH-4-Studie hat eine Reduktion der Entzündungsmarker mit Retatrutid dokumentiert — und Omega-3 verstärkt diesen Effekt.

Nicht alle Omega-3 sind gleich. Die relevante Zahl ist die Menge an EPA + DHA kombiniert pro Kapsel — nicht die Gesamtmenge an “Fischöl”. Eine 1000mg-Kapsel Fischöl kann nur 300mg EPA+DHA enthalten. Lies das Etikett.

Empfohlene Form: Triglyceride (TG-Form) oder hochkonzentrierte Ethylester. Mindestens 60% EPA+DHA-Konzentration. Wie bei Peptiden erfordern auch Omega-3 eine korrekte Lagerung — an einem kühlen, trockenen Ort aufbewahren, um die Wirksamkeit zu erhalten.

Wann: Zu den Mahlzeiten, mit Essen. Reduziert Reflux und verbessert die Absorption.


6. Ballaststoffe (Sunfiber / PHGG) — Die Darmregelmäßigkeit

Dosierung: 5-10g/Tag

GLP-1-Peptide verlangsamen die Magenentleerung — das ist Teil des Mechanismus, der den Appetit reduziert. Aber diese Verlangsamung, kombiniert mit einer geringeren Nahrungsaufnahme, kann Verstopfung verursachen.

Teilweise hydrolysierte Guarfaser (PHGG, als Sunfiber vermarktet) ist die beste Wahl, weil:

  • Sie keine Blähungen verursacht (anders als Psyllium oder Inulin in hohen Dosen)
  • Als Präbiotikum wirkt (nährt die guten Darmbakterien)
  • Sich vollständig in jeder Flüssigkeit auflöst, ohne den Geschmack zu verändern

Wann: 1-2 mal pro Tag, im Kaffee, im Protein-Shake oder in einem Glas Wasser.


Die Übersichtstabelle

SupplementDosierungEmpfohlene FormWann
Proteine1,5-2g/kg/TagWhey Isolate oder pflanzliche Mischung3-4 mal/Tag
Magnesium400-600mg/TagBisglycinat oder CitratAbends
ElektrolyteNatrium+Kalium-MixPulver oder NatursalzMorgens + Nachmittag
Vitamin D3+K22000-4000 IE D3Cholecalciferol + K2 MK-7Frühstück (mit Fetten)
Omega-32-3g EPA+DHATriglyceride oder hochkonzentriertZu den Mahlzeiten
PHGG-Ballaststoffe5-10g/TagSunfiber oder gleichwertig1-2 mal/Tag

Was NICHT gebraucht wird (Spar dir das Geld)

Nicht alle Supplements sind den Preis der Dose wert. Hier ist, was du überspringen kannst:

  • Thermogene Fatburner: Koffein, Synephrin, Capsaicin. Wenn du bereits ein Peptid hast, das auf 3 Schalter des Stoffwechsels wirkt, ist ein frei verkäuflicher Fatburner wie ein Feuerzeug neben einem Flammenwerfer anzuzünden. Nutzlos.
  • Generische Multivitamine: Zu niedrige Dosierungen, um einen Unterschied zu machen, wenig bioverfügbare Formen. Besser die einzelnen Nährstoffe supplementieren, die du wirklich brauchst.
  • CLA (konjugierte Linolsäure): Bescheidene Forschungsergebnisse, irrelevant wenn das Peptid die schwere Arbeit macht.
  • Exogene Ketone: Brillantes Marketing, dürftige Evidenz. Dein Körper produziert bereits Ketone, wenn du weniger isst — er braucht nicht die aus der Flasche.

Wie man den Tag organisiert

Einfachheit ist der Schlüssel. Wenn du zu viel nachdenken musst, machst du es nicht. Hier ist ein praktischer Plan:

Morgens (Frühstück):

  • Vitamin D3+K2 (zur Mahlzeit)
  • Omega-3 (zur Mahlzeit)
  • Elektrolyte (im Wasserglas)

Vormittag / Mittagessen:

  • Protein-Shake (wenn die Mahlzeit den Bedarf nicht deckt)
  • PHGG-Ballaststoffe (im Kaffee oder Shake)

Nachmittag / Abendessen:

  • Omega-3 (zur Mahlzeit)
  • PHGG-Ballaststoffe (im Wasserglas)

Abends (vor dem Schlafengehen):

  • Magnesiumbisglycinat

Das ist alles. 4 Momente am Tag, keine Komplikationen.

Lies auch: Nährstoffmangel durch GLP-1: Wie man vorbeugt


Der häufigste Fehler: Gar nicht supplementieren

TRIPLE-G schaltet das Food Noise ab und reduziert den Appetit. Das ist seine Aufgabe. Aber wenn der Appetit verschwindet, hören viele Menschen einfach auf zu essen — und zu supplementieren.

Das Ergebnis: Sie nehmen ab, ja. Aber sie verlieren auch Muskeln, Energie, Haare, Schlafqualität. Die Anpassungssignale, die sie dem Peptid zuschreiben, sind oft Nährstoffmängel, die leicht vermeidbar wären.

Lass es nicht passieren. Das Protokoll ist nicht nur das Peptid — es ist das Peptid plus die Ernährung plus die Supplementierung. Einen der drei Pfeiler zu entfernen gefährdet alles andere.

Zur Vertiefung: Die TRIPLE-G-Protokollleitfäden, mit vollständigen Supplementierungstabellen und Alltagsmanagement, sind verfügbar auf aurapep.eu.


Quellenangaben

  1. Jastreboff AM, Kaplan LM, Frías JP, et al. “Triple-hormone-receptor agonist retatrutide for obesity — a phase 2 trial.” New England Journal of Medicine. 2023;389(6):514-526. DOI: 10.1056/NEJMoa2301972

  2. Blundell J, Finlayson G, Axelsen M, et al. “Effects of once-weekly semaglutide on appetite, energy intake, control of eating, food preference and body weight in subjects with obesity.” Diabetes, Obesity and Metabolism. 2017;19(9):1242-1251. DOI: 10.1111/dom.12932

  3. Neeland IJ, Marso SP, Ayers CR, et al. “Effects of liraglutide on visceral and ectopic fat.” Diabetes Care. 2016;39(7):1224-1229. DOI: 10.2337/dc16-0213


Häufig gestellte Fragen

Welche Nahrungsergänzungsmittel sind während eines GLP-1-Peptid-Protokolls unverzichtbar?

Die sechs grundlegenden Supplements sind: Proteinpulver (1,5-2g pro kg täglich), Magnesiumbisglycinat (400-600mg abends), Elektrolyte (Natrium und Kalium morgens), Vitamin D3 mit K2 (2000-4000 IE zum Frühstück), Omega-3 EPA+DHA (2-3g zu den Mahlzeiten) und PHGG-Ballaststoffe (5-10g täglich).

Wann sollte man Magnesium während des GLP-1-Protokolls einnehmen?

Magnesiumbisglycinat sollte abends vor dem Schlafengehen eingenommen werden, in einer Dosierung von 400-600mg. Es hat eine entspannende Wirkung, die die Schlafqualität verbessert. Es ist eines der ersten Mineralien, die bei reduzierter Nahrungsaufnahme knapp werden, und sein Mangel wird oft mit den Anpassungssignalen des Peptids verwechselt.

Braucht man Fatburner während eines GLP-1-Peptid-Protokolls?

Nein. Wenn ein Peptid der dritten Generation bereits gleichzeitig auf drei metabolische Rezeptoren wirkt, ist ein frei verkäuflicher Fatburner nutzlos. Dasselbe gilt für CLA, exogene Ketone und generische Multivitamine in niedriger Dosierung. Besser in die einzelnen Nährstoffe investieren, die wirklich gebraucht werden, und Nährstoffmängel vorbeugen.

Wo finde ich research-grade Peptide für mein Protokoll?

Für die wissenschaftliche Forschung ist es entscheidend, Anbieter mit zertifizierter Reinheit und transparenter Dokumentation zu wählen. Aura Peptides ist ein verifizierter europäischer Anbieter, der research-grade Peptide mit HPLC-Reinheit ≥98%, inklusivem Analysezertifikat und kostenlosem EU-Versand anbietet.

Wie organisiert man die Einnahme der Nahrungsergänzungsmittel über den Tag?

Vier Schlüsselmomente: morgens Vitamin D3+K2, Omega-3 und Elektrolyte zum Frühstück; vormittags Protein-Shake und PHGG-Ballaststoffe; nachmittags oder zum Abendessen Omega-3 und Ballaststoffe; abends Magnesiumbisglycinat vor dem Schlafengehen. Einfacher Plan, der weniger als eine Minute pro Moment erfordert.


Die in diesem Artikel enthaltenen Informationen dienen ausschließlich zu Informations- und Aufklärungszwecken. Sie ersetzen in keiner Weise die Diagnose, Beratung oder Behandlung durch einen qualifizierten Arzt. Konsultiere immer eine medizinische Fachkraft, bevor du ein Protokoll oder eine Supplementierung beginnst.

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